Ophthalmologische Telemedizin während einer Coronavirus-Pandemie
Telemedizin – oder nur in Zeiten einer Pandemie?
Telemedizin Telemedizin bedeutet medizinische Konsultationen, Überwachung des Gesundheitszustands des Patienten und Erbringung aller anderen medizinischen Dienstleistungen aus der Ferne – über Telefon und Internet. Dank des Fernkontakts mit einem Arzt können wir unsere Symptome analysieren und die Ergebnisse von diagnostischen Tests einsehen, einschließlich Röntgenaufnahmen, Echogrammen, EKG, MRT, CT oder Ultraschalluntersuchungen, die an den Spezialisten geschickt werden.
Dank der Verfügbarkeit von Webcams kann der Arzt den Patienten sehen, was ihm die Diagnosestellung erheblich erleichtert. Darüber hinaus ist es dank der Telemedizin möglich, bei schwierigen Operationen und Eingriffen aus der Ferne zu assistieren (ärztliche Konsultationen direkt aus dem Operationssaal). Die Vorteile der Telemedizin kommen auch Sanitätern zugute, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten, z.B. bei Unfällen oder Katastrophen.
Die Sektion Telemedizin der Polnischen Ärztekammer ist seit 2001 aktiv. Die Gesetze über die ärztliche Tätigkeit und über den Beruf des Arztes und des Zahnarztes (April 2016) schließen die Vermittlung von telemedizinischen Systemen ein – ein Arzt gibt ein Urteil über den Gesundheitszustand einer Person ab, nachdem er sie persönlich oder mit Hilfe von Telemedizin oder Kommunikationssystemen untersucht hat.
Normalerweise ist die Telemedizin für Menschen gedacht, die aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sind, einen Arzt persönlich zu kontaktieren, wie z.B:
- weit entfernt von einem Gesundheitszentrum oder Krankenhaus wohnen,
- chronische Krankheiten wie Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, psychische Erkrankungen und andere haben, die häufige Konsultationen erfordern, die lebensbestimmend sein können,
- einen Schlaganfall erlitten haben oder aus anderen Gründen behindert sind und in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Ist Telemedizin in der Ophthalmologie anwendbar?
Das erste telemedizinische System, das in Betrieb ist, ist das SMPT-System für die Qualifizierung von Patienten für das Arzneimittelprogramm zur Behandlung der exsudativen AMD (bis heute wurden etwa 18 000 Personen für das Programm qualifiziert).
Seit November 2019 läuft in Polen ein wissenschaftliches und forschungsorientiertes Pilotprogramm unter der Leitung von Prof. Robert Rejdak, Leiter der Abteilung für Augenheilkunde am SPSK1 in Lublin. Bei dem Projekt werden – zum ersten Mal in der Welt – hochmoderne Kameras für Augenuntersuchungen mittels Telemedizin eingesetzt.
– Dieses Gerät ermöglicht eine sehr schnelle Untersuchung des Augenhintergrunds. Dabei wird ein sofortiges digitales Bild mit der Angio-OCT-Methode aufgenommen. Es dauert nur 10 Sekunden. Dafür brauchen wir die Pupillen nicht mit einem Tropfen zu erweitern. Die nächsten 40 Sekunden werden von künstlicher Intelligenz ausgewertet, d.h. von speziellen Computerprogrammen, die die Merkmale von Augenkrankheiten erkennen. Das Ergebnis liegt praktisch auf Knopfdruck vor, alles dauert nur eine Minute“, beschreibt Prof. Rejdak.
Ophthalmologische Telemedizin während einer Coronavirus-Pandemie
Naturkatastrophen, wie die derzeitige Coronavirus-Pandemie, sind Zeiten, in denen Telemedizin und Online-Besuche entscheidend sind. Denn sie beschleunigen entweder die Diagnose oder ermöglichen es dem Arzt, den Gesundheitszustand von postoperativen Patienten zu überwachen, die verschiedene beunruhigende oder unverständliche Symptome aufweisen können. Der Zugang zu Hilfe ist einfach und schnell, was besonders bei Notfällen wichtig ist – schließlich ist es möglich, dass der Patient noch ambulant behandelt werden muss.
Da ein persönlicher Kontakt zwischen Arzt und Patient während einer Pandemie unerwünscht ist – das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus ist beträchtlich, zumal es möglich ist, sich als so genannter asymptomatischer Patient zu infizieren -, entwickelt sich die Telemedizin nun zum wichtigsten Kommunikationsmittel.
Aufgrund der epidemiologischen Situation in Polen, mit Rücksicht auf unsere kollektive Gesundheit und eine schnelle Rückkehr zum Alltag, wurde beschlossen, alle geplanten Konsultationen in den Augenarztpraxen abzusagen und auszusetzen. Die Augenärzte stehen den Patienten weiterhin per Telefon und online zur Verfügung. Sollte ein chirurgischer Eingriff notwendig sein (z.B. ein Fremdkörper im Auge), wird der Arzt den Patienten anweisen und ihm zeigen, wo er Hilfe bekommen kann.
Denken Sie daran, dass es in der aktuellen Ausbruchssituation eine gute Idee ist, auf das Tragen von Kontaktlinsen zu verzichten, denn es hat sich gezeigt, dass Kontaktlinsenträger eher ihre Hände ins Gesicht halten und so Coronaviruspartikel auf die Schleimhäute übertragen können, was zu einer Infektion führen kann.
Auch die Tatsache, dass wir zu Hause isoliert arbeiten und nur selten an die frische Luft gehen, fördert Augenreizungen. Kontaktlinsen können diese Reizung verschlimmern, und das Ergebnis der Reizung kann eine Bindehautentzündung sein.