Große Fehlsichtigkeit. Wenn der Optiker seine Arme ausbreitet, kommt der refraktive Chirurg ins Spiel
Die Skala für Sehfehler ist nichts anderes als ihre Einteilung in niedrig, mittel und hoch (niedrig, mäßig und hoch). Für Defekte, die auf einem bestimmten Kontinuum der Skala durch Laserverfahren korrigiert werden können, sind die Skalen wie folgt:
Kurzsichtigkeit:
- klein – auch bekannt als Schule, bis zu -3 D,
- Durchschnitt – zwischen -3D und -6 D (einigen Quellen zufolge zwischen -3D und -8D)
- groß – über -6 D (einigen Quellen zufolge über -8D)
Hyperopie:
- klein – bis zu +2.5D
- Durchschnitt – +2.5D bis +6.0D
- groß – über +6.0D
Astigmatismus:
- niedrig – bis zu 1 Dioptrie zylindrisch (erfordert normalerweise keine Korrektur)
- mittel – 1 bis 2 Dioptrien zylindrisch
- hoch – 2 bis 3 Dioptrien zylindrisch
- sehr hoch – mehr als 3 zylindrische Dioptrien
Bevor Sie sich jedoch für eine Laser-Sehkorrekturgeht jeder den gleichen Weg: erst die Brille und dann die Kontaktlinsen.
Brillen und Kontaktlinsen bei großen und komplexen Sehbehinderungen
Bei kleinen bis mittleren Defekten, unkomplizierten Defekten (und Astigmatismus ist gerne kompliziert…) und Defekten, die allein auftreten (und nicht paarweise, z.B. Myopie plus Astigmatismus) ist die Auswahl von Korrektionsbrillengläsern einfach und der Patient kann bei der bestmöglichen Korrektur sogar eine Sehschärfe von fast 100 Prozent erreichen. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir mit Brillengläsern, die von einem Spezialisten gut für uns ausgewählt wurden, einfach perfekt sehen werden.
Leider ist es sehr schwierig, eine Brille oder Kontaktlinsen für Patienten mit einer hohen Sehschwäche auszuwählen, die trotz einer hohen Sehschwäche gut sehen können und Probleme beim Sehen haben. Es ist sehr schwierig, eine Brille oder Kontaktlinsen auszuwählen, mit denen der Patient trotz eines hohen Sehfehlers gut sehen kann und die ohne Probleme funktionieren. Das ist eine Situation, in der wir über die Möglichkeiten der modernen Optik hinausgehen – und das gilt auch für Kontaktlinsen.
Trotz der Möglichkeit, für den Patienten eine Brille mit Indexgläsern anzufertigen (Index ist der Brechungsindex eines Materials, d.h. die Geschwindigkeit der Welle an der Grenze zweier Medien – der Grenze der Luft und der Grenze des Linsenmaterials, je höher der Index, desto dünner und leichter die Brille), werden bei starker Sehbehinderung selbst bei einer Brille, die von einem Optiker mit größter Sorgfalt und aus den besten Materialien hergestellt wurde, die Brillengläser über das Gestell hinausragen und das durch die Brille gesehene Bild wird nicht klar und stabil sein.
Kontaktlinsen mögen eine bessere Lösung sein, aber eine sehr hohe Fehlsichtigkeit wird immer ein erhebliches Handicap für den Patienten darstellen, und der daraus resultierende ‚Sehkompromiss‘ wird nur eine Wahl des kleineren Übels sein.
Können hohe und sehr hohe Sehfehler mit Laserverfahren korrigiert werden
Eine zu hohe Fehlsichtigkeit – Myopie über -10 Dioptrien und Weitsichtigkeit über +5 Dioptrien – ist eine Kontraindikation für eine Laserkorrektur. Ähnliche Probleme mit der Laserkorrektur ergeben sich bei unregelmäßigem Astigmatismus, der schwer zu behandeln ist. Über die Möglichkeit einer Laserkorrektur wird jedoch immer individuell und nach einer sehr ausführlichen Eignungsuntersuchung entschieden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sich ein weitsichtiger oder kurzsichtiger Mensch mit einer starken Sehschwäche mit einer Brille oder Kontaktlinsen zufrieden geben muss.
Wenn wir aufgrund einer zu dünnen Hornhaut, anderer anatomischer Gegebenheiten, die mit der Struktur des Auges zusammenhängen, oder unseres Gesundheitszustands (eine absolute Kontraindikation) keine Laserkorrektur eines hohen oder sehr hohen Sehfehlers vornehmen können, müssen wir auf herkömmliche chirurgische Methoden zurückgreifen, wie die Implantation von torischen Einstärken-, Zweistärken- oder Dreistärken-Intraokularlinsen, phakische Linsentransplantationen oder den Austausch refraktiver Linsen.
Die Implantation einer phaken Linse ist beispielsweise ideal für Patienten mit einer Myopie bis zu -20 Dioptrien, einer Hyperopie bis zu +10 Dioptrien und einem Astigmatismus bis zu 6 Dioptrien.
Auch kombinierte Methoden sind möglich. So wird beispielsweise die maximale Fehlsichtigkeit mit einer phaken Linse korrigiert und die verbleibende Restfehlsichtigkeit mit einer Kontaktlinse oder durch eine Laser-Sehkorrektur ausgeglichen.